Donnerstag, 24. Jun '04 - 09:32 | § ¶dogball
Der Liebste weilte gestern aushäusig, und so hatte ich das Vergnügen, mir dieses frustrierende Spiel unserer sturmarmen Rumpelfußballer zusammen mit dem hier wohnhaften Vierbeiner zu betrachten. Dabei zog ich unwillkürlich Vergleiche zur letzten Woche, in der wir in alter Tradition mit einigen Freunden zusammen das Spiel Deutschland-Holland angeschaut hatten.
Ich stelle fest, dass es Vor- und Nachteile hat, zusammen mit einem jungen Hund Fußball zu gucken, anstatt dieses Erlebnis mit (menschlichen) Freunden zu teilen ...
Vorteile:
- Hund grölt nicht
- Hund quatscht nicht dazwischen
- wenn Hund dem Ball im Fernseher nachguckt, sieht das total süß aus
- Hund analysiert das Spiel nicht und fühlt sich auch nicht bemüßigt, die Abseitsregel zu erklären
- Hund rülpst nicht
Nachteile:
- Hund wirft mir dauernd seinen matschigen Kauknochen vor die Füße
- bei der spannendsten Torzene läuft der Hund durchs Bild
- Hund kann in der Halbzeitpause nicht allein pinkeln gehen
- Hund pupt schlimmer als zehn Kerle
Montag, 21. Jun '04 - 16:51 | § ¶öhm ...
Da fragt mich doch gerade der Nachbarsjunge: "Wieso hat denn Ihr Hund immer so einen steifen Schwanz?" Gemeint hat er damit McCoys Rute, die selbiger in der Tat immer fröhlich nach oben trägt. Tja. Aber warum er das tut, weiß ich auch nicht. Gibts eigentlich ein Buch mit Antworten auf Kinderfragen?
11:05 | § ¶countdown
- noch XX Tage und der Rest von heute bis ...
- der XteMontag vorm ...
- noch zwei Drehbuchkapitel bis zum ...
- noch zwei bis drei Artikel bis zum ...
- nochmal mit der Fellnase zum TA vorm ...
- noch XXmal schlafen bis zum ...
URLAUB
Meine Güte, so schlimm wie dieses Mal wars schon lange nicht mehr. Bin echt überreif. Auch wenn es noch nicht so arg wie bei Petra ist. Aber wer weiß? Zum Glück haben wir kein Sagrotan im Haus. Und wenn, dann würde ich es in weiser Voraussicht bestimmt nicht neben die Haarspülung stellen
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Freitag, 18. Jun '04 - 13:25 | § ¶clown gefrühstückt
Man soll sich ja nicht vom Hund zum Spielen auffordern lassen. Von wegen Rangordnung und so. Aber wenn dieses skurrile Fellteil mich so umtanzt, ganzkörperwedelt, mir sein Handtuch fürn Zerrspiel bringt und sich irgendwie gar nicht mehr einkriegen will, dann sch*** ich auf die Rangordnung, spiele mit und lach mich dabei kaputt.
Außerdem ist eh Mittagspause und ich geh jetzt mit der Fellnase ne Runde in den Park zum Toben. Nachher liegt er wieder ermattet auf seinem Kissen, brummt und zeigt mir seinen Bauch. Da arbeitet es sich gleich viel besser - zumindest besser gelaunt
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Montag, 14. Jun '04 - 10:20 | § ¶die sache mit dem glauben
Puh, gewichtige Themen aufn Montag Morgen: angestoßen durch einen Besuch der Nicolaikirche am Wochenende und eine Fronleichnamsdiskussion hier, muss ich das jetzt einfach mal festhalten.
Ich hatte am Wochenende Besuch von Verwandten, die noch nie in Leipzig waren. Ein fester Bestandteil der Besuchstour ist dann immer die Nicolaikirche, der Ort, von dem 89 die Wende eingeleitet wurde. Zufällig stolperten wir rein, als Pfarrer Führer gerade seine Kirchenführung begann. Ich dachte noch: Den wollte ich schon immer mal "in echt" erleben, bleibste mal 10 Minuten da. Nach eineinviertel Stunden gingen wir wieder raus. Und nein, er hat nicht nur von der "Wendegeschichte" gesprochen, sondern sein Verständnis von der Rolle dieser Stadtkirche so klar dargelegt, dass es mich überzeugte:
Warum z.B. Sarkophage und Fürstenlogen keinen Platz dort haben und warum die Tür der Nicolaikirche immer offen steht - auch während der Gottesdienste. Warum es ein Wunder war, dass '89 keine Gewalt geschah und wie der geschützte Raum zur Keimzelle wurde. Wie Mitarbeiter der Stadtreinigung Courage zeigten, als sie die Kerzenreste vor der Kirche zwar beseitigten, aber die intakten Kerzen wieder anzündeten, mit welchen einfachen Mitteln man die anwesenden Stasimitarbeiter enttarnte und viele andere kleine und große Begebenheiten am Rande.
Da stand ein kleiner unauffälliger Mann in Jeans und Weste, mit kurzem grauem Haar, der 300 Menschen fesselte: Mit der Kraft seiner Worte, mit der Überzeugung seines Glaubens und natürlich auch mit rhetorischem Geschick. Selten habe ich Glauben und Tun so überzeugend vereint gesehen. Wenn ich mir im Vergleich dazu dann Fronleichnamsprozessionen vorstelle, haben sie für mich einfach was von Theater. Ja, vielleicht sind sie einfach nur das: Eine Kunstform der Religion?
Freitag, 11. Jun '04 - 10:20 | § ¶allesfresser
Kann mir mal jemand erklären, wieso ein junger Hund Putzlappen frisst? Zumindest sah das, was McCoy heute morgen um halb sechs lautstark wieder von sich gab, wie ein Putzlappen aus. Und zwar am Stück und relativ unversehrt (nein, ich hab ihn nicht auseinandergefaltet und vermessen ...).
Hat mich eine Stunde Schlaf gekostet, zu überlegen, wann und wo er das Ding gefunden haben konnte. Bis es mir einfiel: Gestern abend waren wir kurz auf Stippvisite in einer Kneipe, wo er sofort unter der Bank verschwand und verdächtig ruhig war. Ich dachte, dass er wie üblich die Krümel um Herrchens Sitzplatz aufsammelte. Aber da muss wohl ein Putzlappen gelegen haben. Ob ich in der Kneipe anrufe und frage, ob sie ihn wiederhaben wollen?
Mittwoch, 09. Jun '04 - 18:23 | § ¶grmpf
Da wollte ich mir heute so nen richtig schönen Freiberufler-Tag machen:
9:00 Kundentermin
11:30h reiten, danach einkaufen
15:00h Schreibtisch, to do-Liste abarbeiten
open end
Der erste TOP klappte gut.
Der zweite TOP klappte bis zum Aufsitzen. Dann fing es an zu wehen, zu donnern und leicht zu regnen. Nach 5 Minuten wieder runter vom Pferd, schnell die Sachen in Sicherheit gebracht und den irgendwie glücklich aussehenden Zossen wieder auf die Koppel gestellt *faules biest*.
Und dann zog das Gewitter vorbei! Es hielt sich aber hinterhältigerweise so lange in der Gegend auf, bis es zu spät war, nochmal die Prozedur (faules Biest von der Koppel bitten, Satteln, etc.) zu beginnen. Also direkt einkaufen und ab an den Schreibtisch.
Grmpf. Und die to do-Liste ist immer noch nicht kürzer.
Sonntag, 06. Jun '04 - 21:29 | § ¶hach ja!
Wo fang ich denn nu an, das gestrige bundesweite Treffen von denen da zu beschreiben? Ich hab doch ein Gedächtnis wie ein Sieb. Ein bisschen war es wie früher beim Usertreffen aus dem Onlineforum, wenn man endlich die Leute, die man bis dahin nur vom Schreiben kannte, live erleben konnte. Und zum x-ten Male festgestellt hat, dass Schreiben und Sein selten größere Diskrepanzen aufweisen. Will sagen: Die, die ich online nett fand, mochte ich auch in echt. Doch wer das war, verrat ich nicht :-Þ. Und schweißige Hände hatte ich nach all den Jahren solcher Treffen auch nicht mehr. Aber spannend wars schon.
Also. Gestern abend gabs in Berlin den bundesweiten Texttreff-Treff (was für eine hypsche Wortkreation *würg*). 40 Frauen von fast überall her. Das war schön, lustig, ernst, anregend, laut, heiß (irgendein Umnachteter hatte die Heizung aufgedreht!) und sehr sättigend. Zwar gab es leider nicht die angekündigten Männerwürfel, aber dafür immerhin plattgedrückte Mozarts per Direktimport aus Wien. Und ich habe es trotz größter Anstrengung nicht geschafft, mit *allen* anderen 39 zu sprechen. Dennoch war meine Quote wohl nicht so schlecht. Der Liebste bemerkte jedenfalls heute Morgen am Telefon eine etwas tiefere Stimme.
Es wurde eine große Bandbreite an Themen durchgehechelt und erstaunlich wenig über Abwesende gelästert. Erste heiße Diskussionen führten wir schon am Nachmittag in Petras Garten, da ging es um exotische Vornamen und wie man urdeutsche Nachnamen dazu passend machen könnte ("ich kaufe einen Accent"), warum man das Recht hat, beleidigt zu sein, wenn auf dem Namensschild der vollständige Name steht und bei anderen nicht (das war jetzt etwas kryptisch, oder?), welche deutsche Stadt die schönste ist, und warum das natürlich nur Leipzig sein kann, dass die Steigerung von "schlecht backen" lautet "nicht backen" und noch ein paar andere.
Das war sozusagen nur das Vorglühen, denn abends ging es in den Alten Fritz, die älteste Kneipe Berlins. Dort angekommen, musste frau sich zuerst einen zerstückelten Werbeslogan aus einer Kiste fischen und dann die fehlende Hälfte dazu suchen. Die befand sich am späteren Sitzplatz. Da war das mit dem Erstkontakt nicht mehr schwer. Ich durfte mich im Verlauf des Abends über recht unterschiedliche, aber immer zielgruppengerechte Ansprachen meiner Person freuen. Eine kleine Auswahl:
- "Hallo Annette" (ohne aufs Schild zu gucken - da fühlt frau sich so "erkannt")
- "bist du die etc.?"
- "bist du die mit dem Pferd und dem Wanderreiten?"
- "bist du die mit dem Seminar im Wohnzimmer?"
Dann musste man einen Zettel ausfüllen und ein paar intime Fragen beantworten (z.B. was man den ganzen Tag macht? Ja, wenn ich das wüßte?!) und mangels Foto ein Selbstportrait aufmalen. Die Zettel wurden mit Wäscheklammern an eine Leine gehängt und ergaben in Form einer flatternden Galerie im wahrsten Sinne des Wortes Gesprächsaufhänger. Die lang, breit und quer diskutierten Themen und erörterten Fragen (zumindest meines Wahrnehmungsbereichs) des Abends waren:
- gute Werbung, schlechte Werbung
- Honorare - Dichtung und Wahrheit
- Rollenspiele
- Webseitenfotos und ihr Wiedererkennungswert für echte Treffen
- dass Texten jung hält
- dass offenbar sehr viele Textinen lieber Romane und Kurzgeschichten schreiben würden (ich nicht!!)
- die Selbstportraits auf den Vorstellungszetteln, die deutlich machten, dass wir wirklich alle besser schreiben als zeichnen:
- von Caroline erkannte man nur das Grübchen und den Leberfleck
- Marion musste ihre Perlenkette dazumalen, damit sie identifizierbar wurde
- meine Zeichnung wurde mit jedem weiteren Strich schlechter - ich hätte es beim Smiley belassen sollen
- Yvonne sah auf ihrer Selbstzeichnung aus wie mein Hund
- ob es dem Erfolg einer Pressemeldung abträglich ist, wenn man auf der Pressekonferenz beim Bischof in kurzer Hose und Gummistiefeln erscheint (Anm.: offenbar nicht. Vorausgesetzt, es ist Hochwasser)
- 7 Männer in 7 Minuten oder doch lieber Dinner on the run?
- warum es klasse ist, selbständig zu sein
- Home Office oder Bürogemeinschaft?
Und noch viele weitere, die ich aber nicht verraten mag bzw. die mir jetzt nicht mehr einfallen ... Dann wurde noch das Geheimnis gelüftet, wie Constanze es schafft, die Listen in affenartigem Tempo mit äußerst fundierten Steuerinfos in unglaublicher Menge zu versorgen: Textbausteine. Sehr spät tauchte dann tatsächlich noch ein MANN (nicht in Würfeln) auf *kreisch*, der aber recht zügig von der dazugehörigen Textine (mit ihr zusammen) hinausbefördert wurde.
Insgesamt war es wirklich ein schöner Abend. Klasse Sache, das. Und leider schon vorbei.
