Donnerstag, 26. Aug '04 - 00:32 | § ¶night shift
Ich glaube, ich muss meinen Lebensrhythmus umstellen. Abends arbeite ich einfach besser, weiß der Kuckuck warum. Mein Traum-Tagesablauf:
morgens: reiten gehen oder sonstwas Schönes machen.
mittags: schlafen
nachmittags: rumdaddeln (mailen, bloggen, all son Zeug eben)
abends: arbeiten
Ist aber wohl leider nicht so beziehungs- und vor allem nicht wirklich kundenkompatibel. Schade eigentlich. Heute abend gings gut: ab 19h gearbeitet, um 22h nochmal mit dem Hund um den Block, bisschen Frischluft tanken, und dann eben nochmal zwei produktive Stunden drangesessen. Und Doggie liegt neben dem Schreibtisch und träumt ganz offensichtlich von irgendeiner wilden Rennerei. Wasn Idyll.
Montag, 23. Aug '04 - 09:26 | § ¶blubb der woche
Vor ein paar Tagen im Radio gehört:
"Der Pilot hat die Rauchentwicklung nasometrisch und optisch erfasst."
Wieso sagt er nicht einfach, dass der Pilot den Rauch gerochen und gesehen hat? Schwätzer. Pardon: Logorrhoetiker. Oder so.
Donnerstag, 19. Aug '04 - 08:47 | § ¶neues von der genforschung
Seufz.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,312924,00.html
Auszug:
"Auch Affen arbeiten gerne auf den letzten Drücker. Erst wenn die Deadline nahe rückt, fangen sie an zu schuften. US-amerikanische Forscher haben bei Primaten ein Gen ausgeschaltet, das für das "Aufschieb-Syndrom" verantwortlich ist. (...)"
Ich würde mich ja nie und nimmer als faule Äffin bezeichnen wollen. Aber ab und zu das Aufschieb-Gen abschalten zu können - das wärs.
Mittwoch, 18. Aug '04 - 21:22 | § ¶nix besonderes
Spätnachmittags einer der angenehmeren Kundentermine: Mit dem Hund durchs Rosental zum Biergarten spaziert, dort eine Stunde mitm Kunden geplaudert und ein paar nette neue Ideen ausgeheckt, während Doggie unterm Tisch Holz fraß.
Durch den Park zurückmarschiert, inklusive Schlenker über die Hundewiese. Dort eine halbe Stunde einem guten Dutzend junger Hunde beim Spielen und Toben zugeschaut und nen Schwatz gehalten. Ab nach Hause, das hechelnde Tier versorgt und vor die Glotze geflezt, Olympia gucken. Endlich ein paar Medaillen - sogar goldene! Und wer rettet mal wieder den von allen Medien hypnotisch angestarrten Medaillenspiegel?? Frauen natürlich! Ha! OK, und ein Wallach.
Also. Gar kein besonderer Tag. Aber irgendwie nett, so angenehm unangestrengt und sogar einigermaßen produktiv. Jetzt mach ich mir erstmal ein Bier auf und gucke weiter Sport.
Donnerstag, 12. Aug '04 - 22:18 | § ¶soso
Es gibt nen neuen Abnehmtrend. Heute morgen im MoMa gesehen: Dinner Cancelling. Isjadoll. Heißt: zweimal die Woche nach 17h nix mehr essen. Waaahnsinnig innovativ. Ich erfind jetzt auch ne neue Diät und werde hoffentlich stinkereich (und gertenschlank!) damit. Wie wärs mit:
Buttermilk Drinking
Salad Eating
Breakfast Muesli Eating
Dog Jogging
Lunch Forgetting?
Montag, 09. Aug '04 - 09:35 | § ¶neulich in o.
Kürzlich verschlug es mich mal wieder in die alte Heimat: ins Rhein-Main-Gebiet, wo bekanntlich das Angeranzt-Werden in Kneipen und Restaurants den Standard markiert. Dieses Mal war ich wohl besonders maso veranlagt, denn ich stimmte dem Vorschlag meiner Begleitung zu, die Stadtgrenzen gen Osten zu verlassen und im benachbarten Zubach (Name von der Redaktion geändert) zu dinieren.
Ein südamerikanisch geführtes Lokal war Ziel unserer Fahrt, und gegen 21:10 kamen wir dort an, ergatterten zwei der letzten Plätze im gut gefüllten Biergarten und harrten der Dinge, die da kommen sollten (Bedienung, Speisekarte, Getränke, Esssen, usw., vorzugsweise zügig und in dieser Reihenfolge).
- 21:10 - Speisekarten liegen auf dem Tisch, wir wählen aus.
- 21:20 - Wir erspähen einen Kellner, dessen Gesichtsausdruck mit den Adjektiven "gestresst" und "gelangweilt" zwar widersprüchlich, aber treffend beschrieben ist.
- 21:21 - Er steuert tatsächlich auf uns zu, allerdings wird er unterwegs von einer Kollegin aufgehalten, die sagt: "Tisch xy möchte seit 15 Minuten zahlen, Tisch abc fragt, wann das Essen kommt und Tisch def wartet schon lange auf die Getränke".
Ich sage: "Das kann ja heiter werden." Und es wird heiter. - 21:22 - Er nimmt unsere Bestellung auf. Getränke und Essen gleich zusammen, denn wir hatten ja genug Zeit, beides auszuwählen.
- 21:30 - Um uns herum beginnen die Gäste, die schon länger da sind, sich ihre Getränke selbst von drinnen zu holen. Wir nicht, wir sind Optimisten.
- 21:35 - Unser Kellner wird mehrfach mit leeren Händen und ebensolchem Blick im Biergarten gesichtet.
- 21:40 - Er steuert mit einer Cola in der Hand auf uns zu. Das ist schön, denn ich habe Durst. "War hier eine Cola?" - "Ja, eine Cola Light" - kurzes Stocken: "Hm, ich weiß nicht, ob das eine Light ist. Probier doch mal." Ich probiere: "Vollfett". Er schwirrt wieder ab.
- 21:50 - Um uns herum ist weiter Unruhe, tischweise pilgern die Leute nach drinnen, um sich Getränke zu holen. Wir sind eisern und bleiben hocken. Wäre doch gelacht!
- 21:55 - Er kommt mit zwei Cocktails. Farblich sehen sie richtig aus, und eine geschmackliche Überprüfung zeigt, dass es tatsächlich die beiden bestellten Caipirinhas sind. Na also, geht doch. Kaum sind 45 Minuten vorbei, haben wir schon die ersten Getränke. Durst und leerer Magen in Kombination mit jeweils einem wirklich guten Caipi tragen schlagartig zur gesteigerten Laune bei. Mit je 4cl Cachaca im Blut finden wir sogar den Kellner lustig.
- 22:10 - Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Eine Kollegin kommt mit dem (richtigen!) Essen und kaum eine Minute später habe ich die Cola vor mir. Na also. Das Essen ist lecker, der Kellner wird langsam lockerer und die Cola ist sogar Light.
- 22:45 - Das nächste Unheil droht: Wir wollen zahlen. Franco (Name der späteren Rechnung entnommen) kommt tatsächlich mit einem weißen Zettel angelaufen und sagt gleich: "Die Salitos müssen wir runternehmen, die sind versehentlich auf der Rechnung gelandet." Ich schaue mir die Rechnung an und sage: "Stimmt, und die zwei Bier und die drei weiteren Cocktails hatten wir auch nicht". Große Not, denn Franco muss jetzt rechnen. Mit vereinten Kräften schaffen wir es aber, und nach noch nichtmal 10 Minuten haben wir auch diese Hürde genommen. Wir versichern Franco: "Alles wird gut." Und gehen gutgelaunt nach Hause.
Die Moral von der Geschicht': Wenn man sich vornimmt, sich den Abend auf keinen Fall verderben zu lassen, kann man sogar mitten in der Servicewüste Spaß haben.
