Sonntag, 13. Aug '06 - 11:33 | § ¶schon seltsam
Dass Pferde im Verhältnis zu ihrem recht großen Kopf nicht übermäßig viel drin haben, ist ja hinlänglich bekannt. Was aber den 7. Sinn betrifft, darf man sie offenbar nicht unterschätzen:
Wir wechselten gestern den Stall. Da der neue vom alten nur etwa 20 Kilometer entfernt ist, beschlossen wir, hinzureiten, anstatt den Tieren für diesen Katzensprung eine Hängerfahrt zuzumuten.
So gingen wir also gestern vormittag auf die große Weide, um unsere beiden einzusammeln und sie zum Stall zu führen, wo wir sie dann sattelten und losritten. Diese Prozedur unterschied sich in nichts von den Vorbereitungen zu einem ganz normalen Ausritt. Offenbar für die Pferde aber doch, denn zuerst kam uns Iltschi, der kleine Ponywallach und Nazdars liebster Spielkumpel, entgegen und stellte sich uns in den Weg. Als wir Nazdar und Gina von der Weide führten, kam Linus, Ginas Lieblingswallach, die paar hundert Meter mit bis zum Koppelausgang. Und Bessy, Ponystute und seit Tag 1 größter Fan Ginas auf Erden, wieherte anhaltend (so wie damals, als Gina eine schwere Kolik hatte ...).
Als wir dann kurz darauf losritten, hörten wir wieder Bessy und ein paar andere auf der Koppel wiehern.
Nazdar antwortete mit seiner tiefen Stimme und es klang wie ein Lebewohl.
Donnerstag, 10. Aug '06 - 20:20 | § ¶geräusche, die die welt nicht braucht ...
... z. B. dieses fiese "krrrk!", wenn eins der Außenbänder im Sprunggelenk reißt.
Grrrr. Etwas lästig ist, dass ich am Samstag 20 Kilometer reiten muss. Hoffentlich komme ich mit der Orthese in die Reitschuhe rein ...
Ich hoffe doch stark, dass das Gesetz der Reihe bei Bänderrissen nicht greift. Sonst wäre als nächstes in ca. 4 Jahren das linke Knie dran.
Mittwoch, 09. Aug '06 - 16:54 | § ¶rätselhaft
| Your Driving Is is: 74% Male, 26% Female |
According to studies, you generally drive like a typical male.You're confident in your driving skills, and hardly any situation gets the better of you. And while you may have a few tickets under your belt, you're still a very good driver. |
Ich fahre zu 74 Prozent wie ein Kerl, sagt mir dieser Test: Do You Drive Like a Guy or a Girl?
Ist das jetzt gut oder schlecht?
Das mit den Tickets stimmt jedenfalls. Aber immerhin kenne ich jetzt die meisten Blitzer in Heidelberg *g*.
Freitag, 04. Aug '06 - 23:29 | § ¶vergessen!
Zum Eintrag in Sachen Wohnungen und so: Ich habe ja ein halbes Jahr Hamburg unterschlagen! Da war ich nach dem Diplom im Herbst/Winter 1993/94. Anlass war ein Praktikum in einer großen Werbeagentur. Gewohnt habe ich zur Untermiete bei der sehr netten, etwas verschrobenen Schottin Linda und ihrem Kater Jimmy. Jimmy war zwar knuffig, aber den Geruch von Katzenfutter vor dem ersten Kaffee morgens fand ich wirklich fies.
Das war ein seltsames halbes Jahr, meine erste Begegnung mit dem Arbeitsleben schmiss mich direkt in die typischen Werbeagenturen-8-Stunden-Tage ("von 8 bis 8"). Der Winter in Hamburg war klimatisch so, dass ich mich nicht dran gewöhnen wollte: Immer Regen und wenn man aus der U-Bahn kam, warf einen der Wind fast um. Nee, ich bin viel zu sehr Südi, als dass ich das auf Dauer aushalten würde. Hamburg ist wirklich eine tolle Stadt, aber das Wetter ist einfach ätzend. Ich hör sie schon protestieren, die lokalpatriotischen Hanseaten, dass es aber im Sommer doch viel angenehmer sei, immer ein erfrischender Wind und so und nicht so schwül. Ganz ehrlich: Ich hab lieber im Sommer schwüle 38 Grad als so einen nassen Winter.
Aber es sollte ja um die Wohnung gehen: Ich bewohnte ein 10-qm-Zimmer im Erdgeschoss mit Fenster zur Straße in Eimsbüttel. Nettes Viertel, aber ins Erdgeschoss werde ich nie wieder ziehen. Tagsüber war es dunkel und nachts hatte ich das Gefühl, die Passanten laufen durch mein Zimmer.
Dienstag, 01. Aug '06 - 16:46 | § ¶vergangene behausungen
Fast hätte ich es übersehen, dieses wunderbare Ablenkthema, das Melody schon vor fast 14 Tagen in den virtuellen Raum warf.
Meine erste Behausung außerhalb der elterlichen Wohlbehütetheit war ein 12-Quadratmeter-Zimmer in Gießen. Es war teilmöbliert mit einem grausigen orangefarbenen Monster von Schreibtisch und einem Schrank, wenn ich mich recht erinnere. Außerdem enthielt es ein Waschbecken, denn die Duschen waren im Keller und das Klo eine halbe Treppe weiter unten. Das Haus war so eine Art privates Studentenwohnheim, das ein findiger Vermieter aus einem eigentlich ganz schönen Altbauhaus gemacht hatte. Ich teilte mir eine ehemalige 3-Zimmer-Wohnung mit zwei weiteren Studentinnen. Ebenso teilten wir Kühlschrank und Telefon auf dem Flur. Gekocht habe ich auf zwei Elektroplatten neben dem Waschbecken. Das Zimmer lag über einer Kneipe, dem Klimbim im Riegelpfad. Ich zog dort zum Studienbeginn mit 19 ein und habe dieses Loch geliebt, denn es war meine erste eigene Bleibe nach dem Elternhaus. Als nachteilig erwies sich, dass es ein Fenster zur Ostseite hatte. Denn im Sommersemester nahm ich die eine oder andere Feier mit, die mich erst im Morgengrauen wieder nach Hause ließ. Der gesunde Vormittagsschlaf war jedoch mit greller Sonne auf dem Kopf etwas schwierig.
Die nächste Bude folgte schon ein knappes Jahr später, da ich die Idee hatte, dass es zu zweit irgendwie lustiger sein könnte. So bezog ich also 1988 mit T., der neuen und bald besten Freundin eine 2-Zimmer-Wohnung in der Gießener Bahnhofstraße. Dort war es laut und lebhaft, das passte also perfekt zu uns. Die Bude hatte ein Winz-Bad und die Dusche in der Küche, was zur vorigen Wohnung schon einen riesigen Komfortzuwachs bedeutete.
Die Bahnhofstraße entwickelte sich in der Folge zur Partyschaltzentrale und wir bewiesen mehrfach, dass man auf 48 Quadratmeter locker 60 bis 70 Leute packen kann, wenn nur die Musik laut genug ist. Oft kamen wir nachmittags von der Uni zurück und es saß schon jemand vor der Tür, der auf einen Kaffee vorbeigekommen war. Auch im Haus war die Stimmung gut, direkt nebenan wohnten zwei Kumpels, die schonmal morgens im Pyjama zum Frühstück vorbeigeschlurft kamen. Hauptsächliche Ernährungsgrundlage war damals Äppler und das billige Gemüse vom türkischen Händler am Ende der Straße.
Dann gingen wir zusammen ins Auslandssemester nach Leicester. Dort hausten wir in einer Studentenwohnanlage, die aus Reihenhäuschen für jeweils 10 Leute bestand (nach Geschlechtern getrennt, versteht sich). T. wohnte im Haus gegenüber. In meinem Haus wohnten 4 Mädchen aus Singapur und 2 aus Malaysia, die ich erst nach Wochen unterscheiden und nach Monaten verstehen konnte, eine Inderin, eine Afrikanerin, die verrückte Schottin Lorna und ich Provinzmaus. Das Zimmer hatte 10 Quadratmeter und war grausig. Aber für ein halbes Jahr ging es. Im Haus neben T. wohnten diverse griechische Zyprioten, ein paar Palästinenser und ein Belgier. Ein paar Häuser weiter hatte irgendein Scherzkeks in der Wohnheimverwaltung 9 Palästinenser und einen Israeli in einem Haus einquartiert. Der Israeli zog dann bald in ein anderes Haus um.
Nach dem Auslandssemester zog T. aus (es wurde ihr zu laut in der Bahnhofstraße, vor allem die Disco und eine Dauerbaustelle machten sie verrückt) und L. zog ein. Auch das war eine lustige Zeit, aber nach dem Vordiplom wurde es mit dem Studium so langsam ernster und weniger feierintensiv. 1991 ging ich für ein halbes Jahr nach Rom und wohnte dort in einer großen Wohnung am Stadtrand zusammen mit zwei Römerinnen und einer Mexikanerin. Das war ein typisches italienisches Mietshaus, die Wohnung mit Fliesenboden und diesen grünen Fensterläden. Für studentische Verhältnisse war das geradezu luxuriös, denn die Wohnung gehörte den Eltern einer der beiden Römerinnen. Das Zimmer kostete auch so viel wie unsere komplette Wohnung in Gießen. Theoretisch hatte ich ein Einzelzimmer, aber in der Praxis hatte ich dauernd Besuch. Ein wunderbares halbes Jahr war das.
Aus Rom zurück, zog ich wieder in die Bahnhofstraße ein (das Zimmer hatten wir zwischenvermietet) und bewältigte dort tatsächlich meinen Studienabschluss. 1994 zog ich nach Frankfurt, in meine wirklich erste eigene Wohnung, für die ich die Miete selbst bezahlte (was damals etwa die Hälfte meines Nettoverdienstes auffraß). Zur Wohnungssuche in Frankfurt schrieb ja Ines schon so Einiges – kurz: Es war ziemlich entwürdigend. Ich zog also in ein Hinterhaus im Gallusviertel ein. „Uäh“ werden Frankfurter sagen, aber ich wohnte im erträglichen Teil diesseits der Galluswarte, und irgendwie mochte ich dieses alte Arbeiterviertel gern, das im Volksmund „Kamerun“ heißt, weil wohl früher die Arbeiter mit dreckschwarzen Gesichtern von der Arbeit nach Hause gingen. Die Wohnung war nett, 2 Zimmer, 46 Quadratmeter für mich allein. Ich fand es herrlich. Die Küche ein Schlauch, der verstopfte, wenn man die Kühlschrank- oder Backofentür öffnete.
1997 folgte dann der Aufstieg in eine 4-Zimmer-Wohnung im Frankfurter Nordend. Die erste gemeinsame Wohnung mit dem Liebsten im hässlichsten Haus der Straße, was den Vorteil hatte, dass man es nicht angucken musste (drumherum standen mehrheitlich hübsche Altbauten). Das Nordend war damals das ideale Viertel für Yuppies wie uns, denn auch bei ewig leerem Kühlschrank sorgten die umliegenden Kneipen immer für ein wohlig gefülltes Bäuchlein. Nervig war die Parkplatzsuche, aber nach 4 Jahren täglichen Kreisens war ich die Einparkkönigin.
2001 dann der Umzug nach Leipzig in eine Wohnung, die nicht nur quadratmeter- sondern auch kubikmetermäßig mindestens doppelt so groß wie die Frankfurter Bude aus den 50er-Jahren war: Hohe Decken, Stuck, Parkett – ein Traum zu einer geradezu lächerlichen Miete von 5 Euro pro Quadratmeter. Wohlsituiert im Villenviertel, sehr schön, aber irgendwie auch sehr langweilig. Wären wir nicht aus Leipzig weggezogen, hätten wir uns sicher innerhalb der Stadt nach einem lebhafteren Umfeld umgesehen.
Jetzt Heidelberg, wieder im Arbeiterviertel. Ein Glücksfall von Altbauwohnung mittendrin im Leben, mit 28 Quadratmetern Terrasse zum Hinterhof. Wüsste nicht, wo ich lieber wohnen würde.
Um zur Frage nach den Umzugsgründen zurückzukommen: Es waren eigentlich fast immer Ortswechsel. Zweimal war es wegen des Zusammenziehens mit einem anderen Menschen. Gute Gründe, finde ich.

According to studies, you generally drive like a typical male.